Jedes Schloss erzählt eine Geschichte
"Die Schadau ist eine von Menschenhand geschaffene Perle,
gefügt in das Diadem der Alpenlandschaft,
das die Natur hier in fröhlichster Stunde geschaffen."
Abraham Roth, 1873
- um 1272 Herrenhaus der Herren von Strattlingen
- 1348 an die Herren von Bubenberg (5 Generationen; gemäss von Tavel lebte Adrian von Bubenberg jung verheiratet, einige Jahre in der Schadau); später an die Herren von Erlach
- 1713 Kanderdurchstich. Hochwasserschäden
- 1738 Neubau. Von Mauern umgebenes Landschlösschen. Rundturm am Aareufer.
- 1760 durch Tausch an Familie May.
- 1837 Verkauf an Denis Rougemont (1759 - 1839), Bankier in Paris, Major des eidgenössischen Stabes, Kaufpreis CHF 110'000.00, er erbaut mit Sophie Pourtalès (1847 - 1854) das jetzige Schloss etwas landeinwärts und lässt das alte Schlösschen abreissen
- 1837 - 1899 Johann Friedrich Albert von Rougemont, Oberst der Artillerie öffnet den Park am Sonntag für die Bevölkerung
- 1885 - 1908 Alfred Denis Louis Baron von Rougemont begeht mit 23 Jahren Selbstmord
- 1908 durch Testament an Henry von Swaine (Neffe, 4-jährig, später Tänzer in Mexiko)
Bevollmächtigter: Vater, Baron Karl Alexander Freiherr von Swaine. Schloss bleibt unbewohnt
- 1913 Trafoinstallation, Elektrizität
- 1917 kauft Konsortium, bestehend aus Alfred Lanzrein (Frutiger Bauunternehmer Oberhofen), Uwe Ryser (Architekt) und Oberst Schüpbach, die Besitzung mit 35ha Umschwung für 1.15 Mio. Franken
- das Gut wird parzelliert und grösstenteils mit Villen an der Seestrasse, Marienstrasse und Cäcilienstrasse überbaut
- 1925 kauft die Einwohnergemeinde zum Preis von CHF 380'000.00 das Schloss als Abbruchprojekt und 1/10 (36'108qm) des ehemaligen Umschwunges, 60% des heutigen Schadauparks.
Volksabstimmung vom Juni 1925: 1366 Ja; 910 Nein
- 1925 von der Kunstgesellschaft organisierte Schweizerische Kunstausstellung, weitere Kunstausstellungen in den folgenden Jahren
- das Erdgeschoss wurde zuerst von A. Gartenmann, ab 1928 vom Frauenverein übernommen und bis 1983 durch den Schweizerischen Volksdienst als alkoholfreies Restaurant geführt
- 1927 Ausstellung des Reliefs "Die Berner Alpen vom Wetterhorn bis zu den Freiburger Alpen" von Ingenieur Simon im Massstab 1:10'000.
- 1930 Abbruch der Vorhalle wegen Einsturzgefahr. Ersatz in Beton.
- 1956 - 1958 erste Renovationsversuche an der Ostfassade. Seit 1972 jährliche Kredite durch Stadtrat für umfassende Aussenrenovation.
- bis 1980 kaufen Gemeinden und Kantone weitere Stücke des ehemaligen Gutes für den Gymnasiums-Neubau, für die Hotelfachschule, das geplante Hotel und das Vaporama.
- 1984 wurde das Alkoholpatent erteilt. Seit 1986 befindet sich in der Schadau ein Gourmet-Restaurant
- 1985 Kredit von 1.93 Mio. Franken vom Stadtrat für den Einbau von Heizung, Lüftung und Küchenrenovation
- seit 1988 befindet sich das hier das Schweizerische Gastronomiemuseum
- Gesamtrenovation 1996 abgeschlossen
Jedes Schloss hat seine Besonderheiten
- Architekt war Pierre Charles Dusillion (1816 - 1860) aus Paris, Bauführer war der Berner Friedrich Ludwig von Rütte (1829 - 1903) und als Schöpfer der Sandsteinfiguren und insbesondere der Treppe wirkte der Holländer Josef Hubert Verbunt (1809 - 1876)
- Stil: Romantischer Historismus, Vorbilder Loire-Schlösser mit Elementen englischer Tudor-Gotik und Renaissanceformen
- 5 Jahre Bauzeit mit ständig etwa 200 Maurern, Steinmetzen, Bildhauern und weiteren vielen Spezialisten, das alles für ein Einfamilienhaus, allerdings mit insgesamt 78 Räumen
- etwa die Hälfte der Räume war heizbar mit 19 offenen Kaminen und 12 Kachelöfen
JEDER RAUM ERZÄHLT (S)EINE GESCHICHTE (pdf)!